Illustration: Regina Rullmann Buntbüro, Dresden

 

Die Arbeit an der VISION Mobilität 2030 + 

Dass wir mit Heike Schleussner eine erfahrene Verkehrsexpertin im Strukturentwickler-Team haben, kann regelmäßigen Lesern dieses Blogs nicht entgangen sein. Wie sie zusammen mit den Teilnehmenden des Kick-Offs zum Lausitzcluster Mobilität die Zukunft der Mobilität der Oberlausitz durchdacht und erste Schritte geplant hat, klingt einfach zu gut - davon wollen wir euch berichten! Die Teilnehmer und die Zukunftsvision wurden durch das Buntbüro aus Dresden in dem Bild „Mobilitätsvision Oberlausitz 2030“ verewigt.

Noch hat der ÖPNV im ländlichen Raum ein Imageproblem, denn zumeist nimmt die Bevölkerung ihn nicht als besonders attraktive und zuverlässige Alternative zum eigenen Auto wahr. Obwohl mit der Einführung der Plus- und Taktbus-Systeme schon einiges erreicht wurde, Übergänge verbessert und Angebote gestärkt wurden, gibt es noch weitere Hausaufgaben für eine erfolgreiche Verkehrswende, die die Teilnehmer gemeinsam gesammelt haben.

Hier ein kleiner Auszug:  

  • Die Tarifsysteme müssen vereinfacht werden  
  • Es braucht ein digitales und einfach zu bedienendes Auskunftssystem  
  • Die Region muss insgesamt auch mit dem Fernverkehr besser und schneller erreichbar werden
  • Fahrgäste sollen sich sicher und komfortabel innerhalb der Oberlausitz ohne eigenen PKW bewegen können.  

 

Wie wird ein mobiler Tag in der Zukunft bei uns in ein paar Jahren konkret ausehen (können)?

Wie ein schöner, mobiler Tag in Ostsachsen 2030 aussehen wird, haben die Netzwerkpartner zusammen skizziert. Und das Beste an diesem Teil der Strukturentwicklung: nicht erst 2030 präsentieren wir die fertige Lösung - nein, ab sofort sind die Verkehrsbetriebe, der -verbund, Gebietskörperschaften, die Forschungseinrichtungen und wir von der ENO sind dabei, die Vision 2030 Schritt für Schritt, Meter für Meter, umzusetzen.  

Die Mobilität der Zukunft wird bunt und multimodal! Vielfältige Mobilitätsangebote und -hubs werden an der „Lausitz-Haltestelle" als einfachem Zugangspunkt gebündelt. Dadurch wird ein schneller, reibungsloser und intelligent vernetzter Zugang zum und innerhalb vom Umweltverbund (das bedeutet u.a. dem ÖPNV, Sharing-Angeboten, Fuß- und Radverkehr) möglich. Zudem stehen großzügige Radwege bereit, um die letzte Meile zur Haltestelle zurücklegen zu können. Darüber hinaus werden Taxi, Ride-, Bike- und Carsharing sowie weitere attraktive Angebote an der Lausitz-Haltestelle vereint, unter anderem:  

  • Entertainment-Systeme, an denen über AR-/VR-Technologie Informationen zur Wegweisung und der Umgebung eingeholt werden können (virtuelle Welt, KI)  
  • Versorgungseinrichtungen des täglichen Bedarfs (Café, Zeitschriften, Einkauf, etc.) sowie ansprechende Wartebereiche mit Aufenthaltsqualität   
  • Ladeinfrastruktur
  • Sichere Fahrradabstellanlagen

Im ländlichen Raum zieht wahrhaft die Zukunft ein: es wird einen flexiblen Takt mit einem ganztägigen Angebot geben (24/7), Fahrzeuge nehmen auch Waren mit und das Ganze erfolgt klimafreundlich und hochautomatisiert! Durch die verbesserte Vernetzung zwischen Verkehrsmitteln sowie zwischen der Straße und der Schiene können die Fahrzeuge untereinander kommunizieren, Übergänge gewährleistet und auch Fahrgastströme erfasst werden, um die Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.  

Neben den vielfältigen Angeboten haben wir bis zum Jahr 2030 ein Umdenken erreicht und die Sharing-Economy zieht tatsächlich in die heimelige Komfortzone ein: Wozu noch ein eigenes Auto besitzen, das 23 Stunden am Tag rumsteht und ständig Kosten produziert? So werden deutlich mehr Bürger bereit sein, ihr eigenes Fahrzeug mit anderen zu teilen und auf einen fremden Fahrzeugpool zuzugreifen. Mehr Angebot – höhere Zuverlässigkeit – keine Panik mehr nötig! Damit steigt auch insgesamt die Akzeptanz für den Umweltverbund. Mitfahrmöglichkeiten, Bürgerbusse und Eigenengagement erleben einen Aufschwung, da sich alle an der Mobilitätswende beteiligen wollen, denn es macht Spaß mit seinem Nachbarn ein Fahrzeug zu teilen oder den Weg gemeinsam zu bestreiten und damit auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken! (Zumindest meistens – und wenn mal nicht, ruf doch einfach den autonom fahrenden, wasserstoffbasierten On-demand Shuttle, der im Forschungsprojekt WALEMObase in Görlitz entsteht!)  

Das Tarifsystem im ÖPNV wird deutlich vereinfacht – weg vom „Tarifdschungel“ und zahllosen Tickets verschiedener Anbieter hin zu einer Mobilitätsflatrate, die einheitlich für die Kundenwünsche zusammengestellt wird. Wir verabschieden uns auch von den unterschiedlichen Apps und Plattformen und bündeln – ein Hoch auf die Komplexitätsminimierung! Es gibt ein gemeinsames Buchungs- und Auskunftssystem, das für alle funktioniert und auch „alternative Fahrtangebote“ wie Fahrdienste oder Taxen einbinden kann. Dadurch können die Anwendungen von allen, auch von  Menschen, die mit Einschränkungen leben, problemlos bedient werden. Trotzdem soll es auch weiterhin Mobilitäts-Kümmerer als feste Ansprechpartner geben, die auch mal zeigen können, wie man sicher mit einem Rollstuhl in den Bus einsteigen kann oder einfach mit Rat und Tat zur Seite stehen.  

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„Um diese Vision zu skizzieren, war zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme nötig, und ich bin wirklich begeistert, dass wir alle so zielführend und strukturiert auf diese Vision hinarbeiten konnten.“ Dass Heike sich schon auf die kommenden Workshops, spannenden Diskussionen, die Fort- und Umsetzung der konkreten Struktur- und Verkehrsentwicklungen mit den starken Partnern freut, ist kein Geheimnis.  

Denn sie brennt dafür.  

Ich erinnere mich gut, wie ich sie in ihrer ersten Woche in der ENO, vor gut einem Jahr, in unserem Plusmimus-Blog vorstellen wollte - und sie abwinkend sagte: "Ich würde lieber über eine Mobilitäts-Vision 2030 für die Oberlausitz sprechen, aber noch sind wir nicht so weit." Herzlichen Glückwunsch, dass dein Traum einen Sommer später schon so konkret - und mit einem starken Team - zu Papier und in die ersten Schritte der Umsetzung gebracht werden konnte, liebe Heike!  

Viele Grüße! 

Eure Jasna

 

Heike Schleussner und die ENO freuen sich, die Vision Mobilität 2030+ zusammen mit diesen starken Partnern angehen zu dürfen:

Görlitzer Verkehrsbetriebe GVB

Landkreis Bautzen

Landratsamt Görlitz / Amt für Kreisentwicklung

Landratsamt Görlitz /Straßenverkehrsamt

LISt Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen mbH

Regionaler Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien

Regionalmanagement Östliche Oberlausitz

Sächsische Agentur für Strukturentwicklung

Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung

SAENA

Stadt Görlitz/Amt für Stadtentwicklung

TU Dresden

TU Dresden Institut für Automobiltechnik

TU Dresden, Institut für Bahnsysteme und Öffentlichen Verkehr, Prof. für Bahnverkehr

VDV Sachsen/Thüringen

Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda mbH

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