Die Wissenschaftler des DZA um Prof. Dr. Hasinger (5. von links) nach der Entscheidungsverkündung

 

Jetzt ist es offiziell - unser Unbezahlbarland wird Zentrum der Forschung!

Von der Kohle zu den Sternen – Das Deutsche Zentrum für Astrophysik als faszinierende Chance für unsere Region

Das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) kommt in die Lausitz  - Entscheidung im Bundeswettbewerb „Wissen schafft Perspektiven für die Region“ getroffen

Gestern Mittag um kurz vor 13 Uhr war die Spannung kaum auszuhalten. Wissenschaftler, engagierte Görlitzer Unterstützer, geladene Gäste und die Pressevertreter hielten den Atem an, als direkt aus einem verwitterten Saal auf dem Kahlbaum-Gelände in Görlitz nach Berlin in die Bundespressekonferenz geschaltet wurde. Dann verkündete Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger die Entscheidung im Wettbewerb "Wissen schafft Perspektiven für die Region": zwei Großforschungszentren werden in der sächsischen Lausitz und im Mitteldeutschen Revier angesiedelt.

Kaum war die Entscheidung verkündet, brach Jubel aus, Sektkorken knallten - und Fortschritt und energetisierte Aufbruchstimmung waren plötzlich greifbar.

Schließlich bekommt Görlitz nun ein nationales Großforschungszentrum mit internationaler Strahlkraft. Es wird ressourcensparende Digitalisierung vorantreiben, neue Technologien entwickeln, Perspektiven für die Region schaffen und fest in der sächsischen Lausitz verwurzelt sein, dessen sind sich die Initiatoren sicher.

Der designierte Gründungsdirektor des DZA ist der wissenschaftliche Direktor der Europäischen Weltraumorganisation Prof. Dr. Günther Hasinger. Er freut sich, dass viel Arbeit im Vorfeld nun endlich fruchtet: "Nach einem eineinhalbjährigen anspruchsvollen Verfahren, in dem unser Konzept auf Herz und Nieren geprüft wurde, sind wir glücklich, dass wir unser Vorhaben jetzt umsetzen können. Die sächsische Lausitz ist aus vielen Gründen ein idealer Ort dafür“, so Hasinger. „Wir danken allen, die uns bis hierher unterstützt haben und freuen uns auf die weitere künftige Zusammenarbeit!“.

Das DZA, das von unserer Projektmanagerin Clara Hartung beraten wird, ist eine gemeinsame Initiative der Astronomie und Astroteilchenphysik in Deutschland. Das neue Großforschungszentrum wird zwei Standorte bekommen: In Görlitz soll es die Datenströme astronomischer Observatorien rund um den Globus zusammenführen und in enger Kooperation mit der Industrie und Technologiezentren in Sachsen und weltweit neue Technologien entwickeln. Hier ist ein offener Campus für Spitzenforschung auf dem Kahlbaum-Areal geplant, eingebettet in die Stadt, mit den Zentren für Astrophysik und Datenwissenschaften, dem Technologiezentrum und dem Zentrum für Innovation und Transfer. Teil des Konzepts ist zudem ein Besucherpark.

Im Landkreis Bautzen, im Bereich zwischen Hoyerswerda, Bautzen und Kamenz, wird ein Untergrund Forschungslabor, das Low Seismic Lab, entstehen, das auch für Industrieanwendungen, etwa die Entwicklung von Quantencomputern, zur Verfügung steht. Zur Entwicklung von Mess- und Produktionstechnologien sind besonders ruhige geologische Bedingungen notwendig. Bautzen hat diese zu bieten.

Als ENO gratulieren wir dem Team um Prof. Dr. Hasinger natürlich von ganzem Herzen - und freuen uns dabei riesig für die Entwicklung in der gesamten Region. Nach der Aufbauphase ist in der Endausbaustufe eine jährliche Förderung von rund 170 Millionen Euro vorgesehen; im Zentrum selbst werden mehr als 1000 Mitarbeitende beschäftigt sein.

 

 

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So soll es in wenigen Jahren auf dem sanierungsbedürftigen Kahlbaum-Areal aussehen: auch ein Besucherzentrum, das Laien die hochkomplexe Forschung näherbringt, ist geplant

 

Als einer der ersten Gratulanten begrüßte der neue Landrat des Landkreises, Dr. Stephan Meyer, die Entscheidung für den Standort Görlitz: "Heute ist ein guter Tag für die Entwicklung der Oberlausitz zur Innovationsregion. (…) Das DZA bietet große Chancen, um jungen Menschen in der Oberlausitz eine spannende Perspektive vor Ort aufzuzeigen. Gleichzeitig kommen Menschen aus der ganzen Welt in unsere Region, um diese einmalige Forschungslandschaft zu nutzen und hier zu arbeiten." erklärte er.  So würden neue Arbeitsplätze entstehen, "über den Einsatz von Forschungspersonal hinaus" werden "Facharbeiter technischer und kaufmännischer Berufe von Materialverarbeitung, über Elektronik bis hin zu Einkauf und Administration" benötigt. "Das ist ein starker Beitrag zur langfristigen Strukturstärkung. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Professor Hasinger und seinem Team und sichere bei der Umsetzung die bestmögliche Unterstützung seitens des Landkreises Görlitz zu.", so Dr. Meyer kurz nach der Verkündung der Entscheidung.

Auch für Projektmanagerin Clara, die im Team Strukturentwicklung beratend für die Wissenschaftler tätig ist, war gestern ein Freudentag: als Expertin für Regionalökonomie begrüßt sie, dass das Projekt den Landkreis Bautzen und den Landkreis Görlitz enger miteinander verbinden wird - und so die Zusammenarbeit der beiden Landkreise bestärkt. Aber natürlich auch über die weiteren Chancen, die die Ansiedlung mit sich bringen wird: "Da die Bedeutung von Daten in der Zukunft immer weiter zunehmen wird, Stichwort 'Verdatung der Welt', hat die Lausitz jetzt eine große Chance, Ursprungsort für die zukunftsweisende Technologien zu werden" erklärt sie. "Als ENO freuen wir uns alle, ich mich aber besonders, mit dem Team des DZA weiter zusammenzuarbeiten zu dürfen und so zusammen sicherzustellen, dass die Forschung auch einen erheblichen Mehrwert für die Region und ihre Menschen bringt. Jetzt brauchen wir eigentlich nur noch T-Shirts mit dem Aufdruck 'Von der Kohle zu den Sternen' und Astronomieunterricht in den Schulen" sagt sie schmunzelnd. 

Was sagt Ihr zur Ansiedlung der Großforschungsprojekte in der Region?

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