Alles was ein Zukunftsdorf braucht: intakte, gepflege Höfe und schöne Natur, eine engagierte Freiwillige Feuerwehr mit Tradition, aufgeweckte Kinder, die ihre Phantasie für das Dorf sprießen lassen und eine neutrale Jury, die fair bewertet. Und der Gewinner ist: Friedersdorf!

 

Sächsische "Zukunftsdörfer" ausgezeichnet - Friedersdorf (und nicht nur dieses Dorf) hat Zukunft!

Friedersdorf, ein Ortsteil von Markersdorf im Landkreis Görlitz, ist Sieger im Dorfwettbewerb 2022. Der Wettbewerb hebt die Leistungen von Dorfgemeinschaften hervor, die ihre Zukunft mit eigenen Ideen und viel Engagement selbst gestalten und fand zum 11. Mal statt. Im Fokus steht die Zusammenarbeit in den Dörfern zur Verwirklichung von Projekten, die die Gemeinschaft stärken und das Lebensumfeld verbessern. 59 Dörfer aus allen sächsischen Landkreisen hatten teilgenommen - was aber ist in Friedersdorf so anders, dass es nun als Sieger aus dem beliebten Wettbewerb hervorgeht?

Unsere Grafikerin Kasia hatte die Freude, die Jury bei ihrem Besuch in Friedersdorf als Fotografin zu begleiten. "Ich war wirklich beeindruckt wie freundlich die Stimmung war, und wie eng der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft auf mich gewirkt hat.", berichtet sie strahlend. Besonders hat Kasia im Gedächtnis, dass die Dorfbewohner für jedes Kind, das in das Dorf geboren wird, einen Baum pflanzen. Symbolisch dafür, dass das neue menschliche Leben in der Mitte der Gemeinschaft gehegt und gepflegt wird und so wie der Baum Wurzeln und Äste schlagen wird.

Staatsminister Thomas Schmidt hat Anfang der Woche nun den Sieger bekanntgegeben, gratuliert aber allen Dörfern zur Teilnahme. Er freut sich über die rege Beteiligung der insgesamt 59 Dörfer. Denn, so erklärte er, "jedes Dorf im Wettbewerb gewinnt bereits mit der Wettbewerbsteilnahme." Durch Gespräche entstünden Ideen und gemeinsame Projekte würden in Angriff genommen. "Bei der Präsentation des ganzen Dorfes während des Jurybesuchs kam es zu fachlichem Austausch - so wurden wertvolle Impulse" gesetzt, erklärte Staatsminister Schmidt.

Warum nun hat genau Friedersdorf hat die Wettbewerbsjury überzeugen können?

Durch ein sehr engagiertes und dynamisches Gemeinschaftsleben! Das Dorfleben, so die Jurybegründung, profitiert vom Engagement und dem Zusammenhalt in den Vereinen, dem Jugendclub, der Seniorengemeinschaft, bei den Aktivitäten der Ortschronisten und des Posaunen- und Kirchenchors. Hervorzuheben, so heißt es weiter, ist auch der Einsatz der Dorfbewohner für die Erhaltung der ländlichen Hofanlagen und des Dorfladens. Zudem habe sich eine Elterninitiative erfolgreich für die Verbesserung des Schülerverkehrs und der ÖPNV-Anbindung eingesetzt und der partnerschaftliche Umgang mit den Jüngsten (durch das Projekt eines Kinderrates) zeigt den hohen Stellenwert der Bürgerbeteiligung in Friedersdorf.

Zudem erhielt Reichwalde in der Gemeinde Boxberg/O.L. neben anderen einen Sonderpreis für Initiativen im Zusammenhang mit pandemiebedingten Folgen für das dörfliche Gemeinschaftsleben. In Reichwalde gab es das »Corona-Singen« der Kirchgemeinde an verschiedenen Orten im Dorf – insgesamt wurden über 100 Lieder gesungen.

Auch diese gemeinsame Initiative, gepaart mit Mut zum Anpacken, wurde von Staatsminister Schmidt besonders gewürdigt:

"Die Preisträger und Teilnehmer des Wettbewerbes zeigen, was Menschen mit gemeinsamer Initiative und Mut zum Anpacken erreichen können. Mit dem persönlichen Miteinander und direkten, kurzen Wegen bieten unsere Dörfer einen hervorragenden Raum, um eigene Ideen gemeinsam mit anderen zu verwirklichen.".

Als diesjähriger Dokumentar weiß unser Leiter der Servicestelle Unbezahlbarland, Ingo Goschütz, das dörfliche Leben zu schätzen: er betont, dass ihm die Besichtigung von so viele tollen Dörfern im Unbezahlbarland riesig Spaß gemacht hat, er aber froh war, kein eigenes, endgültiges Urteil fällen zu müssen. So umfassend, bunt und liebevoll wie sich jedes einzelne Dorf präsentiert hat!

Wer weiß, wer im kommenden Jahr das Rennen macht? Wir drücken die Daumen für das nächste Dorf "mit Zukunft" aus unserem Unbezahlbarland!

 

Hintergrund:

Der landesweite Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« soll Bürgerinnen und Bürger in den ländlichen Regionen motivieren, die Zukunft ihrer Dörfer mitzugestalten und sich bei der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung ihres Dorfes zu engagieren. Die vielfältigen Initiativen in den Dörfern sollen präsentiert und gewürdigt werden.

Die ursprünglich für 2020 und 2021 geplanten Wettbewerbsrunden auf Landkreis- und Landesebene wurden wegen der Corona-Pandemie beide im Jahr 2022 durchgeführt. Der anschließende Bundeswettbewerb wurde aus dem gleichen Grund vom Jahr 2022 auf 2023 verschoben.

Für die Finalrunde des Landeswettbewerbes hatten sich 15 Dörfer von insgesamt 59 Teilnehmern auf Kreisebene qualifiziert. Höhepunkt für die 15 Dörfer im Landesausscheid war der Besuch der Landesjury im September 2022. Die Jury setzte sich interdisziplinär aus Experten für die vier Wettbewerbsbereiche zusammen. Mitglieder waren Bürgermeister, Architekten sowie Experten für Landschaftspflege, Raumplanung, ländliche Entwicklung, Barrierefreiheit und soziale Entwicklung.

Der Landeswettbewerb wird finanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Die Teilnahme von Dörfern am Bundeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« richtet sich nach der Gesamtzahl der teilnehmenden Dörfer im Landeswettbewerb. Für Sachsen können demnach Friedersdorf und Rammenau am Bundeswettbewerb teilnehmen.

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