Hallo!   

Was für eine Freude, in so kurzer Zeit so viele engagierte neue Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und interviewen zu dürfen! Heute stellen wir Laura Horst vor, die als Wahl-Lausitzerin aus NRW ihren ganz eigenen Blick auf die Region und den Strukturwandel hat. Laura kommt aus Meschede im Sauerland, hat Landschaftsarchitektur in Dresden und Landschaftsplanung in Wien studiert und Sachsen zu ihrer Wahlheimat gemacht.   

Wir in der ENO freuen uns, dass Laura seit Anfang Mai das Kommunalteam, das Kommunen aus dem Landkreis Görlitz zu Prozessen des Strukturwandels berät, dabei ist!  

Was hat dich, ursprünglich aus dem Westen der Republik, dann dazu bewogen, nach Abschluss Deines Masterstudiums wieder nach Sachsen zu kommen - und wie hast Du den Weg von Wien nach Zittau gefunden? 

Ich habe mich während meines Bachelor-Studiums in Dresden sehr in die Stadt verliebt und viele tolle Menschen dort kennengelernt, daher war für mich klar, wieder in diese Region zu ziehen. Gleichzeitig habe ich in Wien aber auch gemerkt, dass die Großstadt nichts für mich ist. Ich mag die Anonymität, die weiten Wege und die fehlende Spontanität nicht. Da traf es sich ganz gut, dass mein Freund einen Arbeitsplatz in Zittau fand. Ich habe sehr schnell Anschluss gefunden in der Stadt, liebe die Landschaft, das Gebirge und die unglaublich engagierten Menschen, die diesen Raum mit ihrer Kreativität bespielen wollen.  

Deine Fachgebiete sind Schutzgebietsmanagement, nachhaltiger Tourismus und Destinationsentwicklung im ländlichen Raum.  Bitte, sei so nett und erkläre uns das - am besten in einfachen Worten. 

Weil ich selbst dies unglaublich gern mache, habe ich mich viel mit Menschen befasst, die zur Erholung in die Natur fahren und dort Wandern, Radfahren, Kultur erleben und etwas über die Natur lernen wollen. Warum fahren sie dorthin? Was suchen sie dort? Wie verhalten sie sich? Welche Infrastruktur wird benötigt? Wie können Besucherströme erfasst werden? Mit diesen Fragestellungen habe ich mich sowohl wissenschaftlich als auch in praktischer Zusammenarbeit mit zwei Nationalparks befasst. Aus den Erkenntnissen können beispielsweise nachhaltige Tourismusstrategien für Schutzgebietsverwaltungen oder generell für ländliche Regionen entwickelt werden, aus denen wiederum verschiedene Management-Ansätze abgeleitet werden.   

Ein weiteres Gebiet, auf dem du dich auskennst ist die Landschaftsarchitektur und der praktischer Garten- Landschaftsbau. Inwiefern ist dies relevant für den Strukturwandel? 

Meine Eltern betreiben eine Gärtnerei und einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb, bei dem ich häufig geholfen habe. Dadurch habe ich früh einen Einblick in den Baustellenbetrieb erhalten. Dies hat mich wohl dazu bewogen, im Bachelor zunächst Landschaftsarchitektur zu studieren. Was mich daran immer begeistert hat, war die Planung und Organisation von Projekten von der Idee bis hin zur Umsetzung. Diese Erfahrungen helfen mir in der Begleitung von Projekten zum Strukturwandel in unserem Landkreis sehr, weil es sich in vielen Fällen eben um bauliche Maßnahmen handelt. Ich hoffe, dass ich dadurch schnell in die Projektideen der Kommunen einsteigen und diese unterstützen kann.   

Du bist im Kommunalteam, und ich könnte mir vorstellen, dass eine deiner Leidenschaften - die Förderung von nachhaltigem Tourismus - da nicht zu kurz kommen wird. Gibt es da schon Projekte oder Ideen, die die Kommunen an dich herangetragen haben oder hast du dir vielleicht schon ganz eigene Ideen oder Ziele überlegt und gesetzt?  

Es gibt viele Projekte im Bereich Tourismus, die auch den Gedanken der Nachhaltigkeit verfolgen. Dieser ist in der Richtlinie InvKG (Investitionsgesetz Kohleregionen) auch verankert, was ich sehr positiv finde. Für die Zukunft wünsche ich persönlich mir Projekte, in denen die Kommunen vermehrt zusammenarbeiten und gemeinsam für ihre Region nachhaltige touristische Projekte entwickeln. Da sind viele Themenbereiche relevant: Wie motiviere ich Touristen, möglichst den ÖPNV zu nutzen und wie muss dieser dazu ausgebaut werden? Wie können wir regionale Wertschöpfungsketten stärken? Wie können auch geistig und/oder körperlich Eingeschränkte die touristische Infrastruktur nutzen? Wie kann ich Tourismus digitalisieren – Stichwort Virtual und Augmented Reality - also konkret dem Touristen einen Mehrwert durch digitale Techniken ermöglichen? Und viele mehr…  

 

Auf was freust Du Dich bei der Arbeit in der AG Strukturwandel am meisten und was siehst Du als Herausforderung an? 

Ich freue mich bereits sehr über die Arbeit im wunderbaren ENO-Team und den Austausch mit so vielen interessanten Menschen. Bald wird es auch ein Kommunalbüro in Zittau geben, bei dem die Tür immer offensteht, sodass wir noch enger mit den Menschen vor Ort in Kontakt treten können. Herausfordernd ist definitiv, dass der Begriff ‚Strukturwandel‘ teilweise noch sehr negativ geprägt ist. Daher werden wir ständig das Gespräch mit Bürgern und Bürgerinnen des Landkreises suchen, uns mit ihnen darüber unterhalten und versuchen, die Ängste und Sorgen zu nehmen.  

Herzlich willkommen in der ENO, liebe Laura! 

Viele Grüße -  

Eure  

Jasna  

+mimus-Blog

Geschichten, Hintergründe, Informationen aus dem #Unbezahlbarland

Warum dieser Blog?

©2021 Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH

Search