Hallo!

Wie jeden Freitag stelle ich an dieser Stelle die neuen Mitarbeiter der AG Strukturwandel bei der ENO vor. Heute ist es Projektmanager Jan Marek.

Der Liberecer Jan Marek studierte Politische Wissenschaften, Öffentliche Administration und Soziologie an der Charles Universität in Prag und verbrachte sein Auslandsjahr vor Abschluss seines Masters an Uni Helsinki. Seit Juni ist Jan mit in unserem Innovationsteam der AG Strukturwandel. Wir stellen ihn hier vor.

Jan, Du hast Dich beruflich schon mit Innovationsmanagement beschäftigt, bevor Du zur ENO kamst. Wann und wie bist Du darauf gekommen, Dich darauf zu spezialisieren?

Ich habe mich schon an der Uni in Prag, und auch in Helsinki mit regionaler Entwicklung beschäftigt. Schon im Studium habe ich festgestellt, dass nur die Regionen, die innovativ sind, auch attraktiv für innovative Firmen bleiben. Wenn die Region und ihre Unternehmen immer ganz vorne mit dabei bleiben und sich schrittweise immer weiter entwickeln, steigt die Chance, von Krisen verschont zu bleiben. Als bestes Beispiel dafür ist mir Nokia, die Stadt - wie die Firma - im Gedächtnis geblieben.

Wieso? Was kann man im Innovationsbereich von dieser kleinen finnischen Stadt lernen?

In Nokia, mitten Finnland, wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine kleine Papierfabrik gegründet. Die Eigentümer waren neugierig und investierten ständig in die Entwicklung. Deshalb sind sie in dieser Reihenfolge weltberühmte Produzenten von Gummiprodukten, Kabel, Reifen, Haushaltgeräten, Funkgeräten und Handys geworden. Ohne Zielbewusstsein, ohne Neugier, ohne Innovationsdenken und ohne den Einsatz von begabten Mitarbeitern wäre eine kleine Papierfabrik mitten im Wald niemals der größte Handyproduzent geworden.

Wie hast Du Deinen Weg in das Innovationsteam der ENO gefunden?

Schon seit etwa einem Jahr habe ich mit der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft an tschechisch-deutschen Projekten gearbeitet. So habe ich zum ersten Mal über ENO und den Projekten in Bezug auf den Strukturwandel gehört. Ein wenig später habe ich erfahren, dass die ENO einen Projektmanager sucht. Ich habe mich für die Stelle beworben und freue mich sehr, dass meine Bewerbung erfolgreich war.

Mehrwert zu schaffen ist Dir in Deiner Arbeit wichtig - und so engagierst Du dich auch in Deiner Freizeit, z.B. für den besseren Ausbau von Fahrradwegen in der Region Liberec. Wie würdest Du die Erfahrungen, die Du im Umgang mit tschechischen Behörden gemacht hast, im Vergleich mit deutschen Behörden sehen?

Die Behörden ticken überall anders als die Unternehmer oder aktive Leute aus Vereinen und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft. Damit muss man arbeiten und man muss sich darauf einstellen, dass bei den Behörden alles lange dauert. Ich würde sagen, dass die Beamten in Tschechien eher bereit sind, neue und innovative Wege zu suchen. In Deutschland finde ich die Prozesse klarer gegeben und für alle übersichtlicher. Aber wie auch immer, es hängt immer von einzelnen Menschen und wie man ihnen begegnet, ab. Ich bin der Meinung: man muss positiv auftreten, um die Positivität auch auf die Beamte zu übertragen.

Große und aufwändige Projekte scheinen Dich nicht abzuschrecken – Du bist erfahren im Umgang mit EU-Fördergeldern, als Projektentwickler und auch als Aufsichtsrat im Bereich der Gesundheitsversorgung in der Region Liberec. Worauf freust Du Dich beim Strukturwandel im Landkreis Görlitz am meisten?

Ich freue mich auf den schöpferischen Prozess, wenn wir gemeinsam mit den Partnern und mit den Kollegen neue Wege suchen werden. Die Region Görlitz hat in der Geschichte mehrmals Pech gehabt. Und diese gegebenen Tatsachen in ein paar Jahren zu überwinden ist eine echte Herausforderung für alle in ENO und in der Region. Und gerade darauf freue ich mich.

Gibt es jetzt schon Projekte oder Ideen, die die Kommunen an dich herangetragen haben und auf die Du Dich besonders freust?

Wie intensiv sich sogar die kleinsten Kommunen mit den Innovationen beschäftigen, hat in den ersten Gesprächen großen Eindruck auf mich gemacht. Viele Gemeinden sind verschuldet. Trotzdem oder deshalb überlegen (auch die oben genannten Beamten) intensiv, wie man es anders machen kann. Wie die Städtchen wieder prosperieren können. Allen ist klar, dass neues Denken und neue Ideen die einzige Möglichkeit sind.

Wo siehst Du den Landkreis Görlitz 2038, was wirst Du dann im Rückblick auf den Prozess hoffentlich sagen können?

Ich wünsche mir, dass der Landkreis Görlitz dann wieder eine junge Region ist. Neben großen Unternehmen gibt es mehrere kleine Firmen mit einzigartigen Produkten. Ich wünsche mir auch, dass der Landkreis die Lage im Dreiländereck nutzt und Firmen frei über die Grenzen hinweg kooperieren. Auch die Zugverbindung wird im Jahr 2038 der Region beim Wachstum helfen: in 1 Stunde  und 30 Minuten in Prag oder Berlin, in weniger als 40 Minuten in Dresden. Aber erst einmal heißt es langsam und stetig die Zukunft vorantreiben und die Bürger der Region in den großen Prozess des Strukturwandels mitnehmen.

+mimus-Blog

Geschichten, Hintergründe, Informationen aus dem #Unbezahlbarland

Warum dieser Blog?

©2021 Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH

Search