Hallo!

 

Wie jeden Freitag stelle ich an dieser Stelle die neuen Mitarbeiter der AG Strukturwandel bei der ENO vor. Heute ist es Projektmanagerin Heike Schleussner, neu in unserem Kommunalteam.

Sie ist eine erfahrene Verkehrsexpertin, die nach ihrem Master of Science im Fach Verkehrswirtschaft an der TU Dresden Erfahrungen am Institut für Wirtschaft und Verkehr in der Professur für Kommunikationswirtschaft, Forschungsgruppe Mobilität und Information als wissenschaftliche Mitarbeiterin sammelte.

Da kommen sofort brennende Fragen in den Kopf:

Wie und warum entscheidet sich eine junge Frau für ein nur in Dresden zu studierendes Exotenfach wie Verkehrswirtschaft – und was beinhaltet dieses Studium? Was macht man als klassischer Verkehrswirtschaftler?

Ich komme aus dem beschaulichen Zerbst, in Sachsen-Anhalt und wollte in Dresden studieren. Frau Prof. Stopka (meine spätere Chefin) von der Fakultät Verkehrswissenschaften mit ihrer flammenden, praxisnahen Einführungsveranstaltung hat mich überzeugt. Ich glaube den „klassischen Verkehrswirtschaftler“ gibt es nicht, auch wenn ich oft gefragt wurde, ob ich „Ampelschaltung“ mache – nein! Das Studium ist vielfältig: BWL, VWL Verkehrsplanung und -psychologie, Nachrichtentechnik, Logistik, Ökologie, Verkehrsmodellierung und und und. Ich bin an der Professur für Kommunikationswirtschaft geblieben, da neben den Informations- und Kommunikationsthemen, die ich sehr spannend fand, vor allem auch praxisnah mit Industrieprojekten gearbeitet wurde. So konnte ich mich schon im Studium und dann vollumfänglich auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit „neuer“ Mobilität, Sharing-Modellen und alternativen Antriebsarten wie der Elektromobilität beschäftigen. Als Wirtschaftlerin steht dabei für mich das „große Ganze“ im Vordergrund, also: wie können sich Angebote sinnvoll in örtliche Gegebenheiten integrieren? Was braucht der Nutzer? Wie kann die Umsetzung für den Betreiber aussehen?

Du warst über vier Jahre lang mit Deiner eigenen Firma, dem Mobilitätswerk, in Dresden selbstständig und hast für viele Städte und Kommunen in Deutschland Mobilitätskonzepte entworfen. Also vereinfacht geschrieben: untersucht, wo man welche Verkehrsangebote schaffen muss, um den Menschen nachhaltige und umweltschonende Mobilität zu ermöglichen. Und auch der Landkreis Görlitz und die Wirtschaftsregion Lausitz gehörten schon zu Deinen Kunden.

Wie kannst Du diese Erfahrungen jetzt bei Deiner Arbeit in der AG Strukturwandel im Landkreis Görlitz einbringen? Und wie in Deine Arbeit bei der ENO, was konkret ist Deine Aufgabe als Projektmanagerin im Kommunalteam?

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich vielfältige Erfahrungen sammeln konnte: von der Koordinierung und Begleitung großer internationaler Konsortien für die Beantragung von EU-Fördermitteln oder der Projektleitung von komplexen Mobilitätskonzepten bis hin zu kleinen praxisnahen Hilfestellungen für den Erhalt oder Umsetzung des lokalen Carsharing-Angebotes im Ort. Oder auch einfach mit Ideen, wer an welcher Stelle vielleicht weiterhelfen könnte. Dabei bin ich mit sehr unterschiedlichen Kunden und Projektpartnern zusammengekommen und konnte daraus sehr viel für mich mitnehmen. Aber auch durch zwei große Projekte, die ich für die Region Lausitz durchgeführt habe, sind mir auch jetzt noch einige mir nun sehr lieb gewonnene Kontakte mit Rat und Tat erhalten geblieben.

Ich denke, dass es genau das ist, was mir bei meiner Arbeit für den Strukturwandel weiterhelfen wird. Wir müssen innovative Ideen entwickeln, die eine hohe Strahlkraft haben und die zu Beginn vielleicht nicht jedem gefallen müssen. Vor allem sollten die Ideen praxisnah sein. Dabei finde ich es genauso wichtig bei vermeintlich kleinen Anliegen wie der Umsetzung eines funktionierenden Ortskerns durch ein Vereinshaus mit wechselnden Angeboten für Dinge des täglichen Bedarfs zu unterstützen wie auch bei großen, überregionalen und komplexen Vorhaben mit Modellcharakter. So verstehe ich auch meine Aufgabe als Beraterin im Kommunalteam.

Eine ganz einfache Frage an die Fachfrau: wo siehst Du aktuell die größten Optimierungspotentiale im Landkreis Görlitz, was wäre ein realistisches Ziel, das Du auf dem Verkehrssektor gerne bald verwirklicht sehen würdest? Und zum Schluss bitte noch ein Geheimnis verraten: Du hast doch bestimmt schon eine Vision für den Verkehr 2024 und 2038 – bitte erzähle sie uns!

Als nun fast tägliche Pendlerin sehe ich schon allein aus meinem täglichen Erleben heraus großes Verbesserungspotenzial. Allein schon sich als bereits ÖV-affine Person über aktuelle Angebote zu informieren, ist eine kleine Herausforderung. Die Bahnverbindung Dresden – Görlitz, die ich nun mein zweites zu Hause nennen darf, würde ich dabei vergleichsweise schon fast als gut bezeichnen – besser, schneller, elektrifizierter, leiser etc. geht natürlich immer. Der öffentliche Verkehr hat insgesamt schon deutliches Optimierungspotenzial. Das beziehe ich aber nicht nur auf den Landkreis Görlitz. Wenn ich hier anfange über das Optimierungspotenzial zu sprechen, dann muss ich zunächst fragen: wieviel Platz haben wir hier noch? Das ist eines meiner Lieblingsthemen zu denen ich wirklich viel sagen möchte…

Dann freuen wir uns auf ein neues Interview mit Dir zum Thema in den kommenden Wochen!

Vielen Dank, liebe Heike, willkommen in der ENO!

Eure

Jasna

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