Hallo! 

Am vergangenen Wochenende lebte Zittau mit dem "Sommer in der Stadt" mal wieder so richtig auf. Mitglieder unseres Projekt-Teams Strukturentwicklung waren mit einem Info-Stand dabei - um sich vorzustellen und mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. Laura Horst, Clara Hartung und Nino Gehler standen den Interessierten Rede und Antwort zum großen Prozess der Strukturentwicklung im Landkreis Görlitz. Wo die Entwicklung hingeht, das weiß ja nun noch niemand so ganz genau, auf jeden Fall aber gibt es schon tolle und große, sehr moderne Ideen, um den Landkreis und seine Bewohner zukunftsfit zu machen. Mit all dem technischen Wissen und auch der vorhandenen Infrastruktur der historisch gewachsenen Energie-Region Lausitz besteht der Anspruch, Modellregion für Wasserstoff-Forschung zu werden. Auch der Tourismus hat mit der bereits sehr gut entwickelten Lausitzer Seenplatte, den Unesco-Welterbestätten, der Stadt Görlitz und dem Zittauer Gebirge beste Voraussetzungen ein toller Vorreiter für einen immer weiter ausbaubaren, nachhaltigen Wirtschaftszweig in einer noch attraktiveren Heimat zu werden. Und dies in einem Europa, umgeben vom Hirschberger Tal, den Niederschlesischen Wäldern und dem Riesen- sowie dem Isargebirge.

Was aber wünscht sich der Nachbar, die Selbstständige, der Handwerksmeister, der nach Nachwuchs sucht, was wünschen sich die Eltern für ihre Kinder, die die Region verlassen wollen, was wünschen sich die Jugendlichen für ihre Zukunft in der Heimat? Und was wird kritisch, ablehnend oder vielleicht noch gar nicht gesehen oder in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Laura, Clara und Nino führten engagierte Diskussionen, tauschten Kontaktdaten für weitere Gespräche mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern und stellten ebenso Fragen zurück.

Laura führt aus, wie: "Wir haben uns und unsere Arbeit vorgestellt und die Bürger und Bürgerinnen zu einem kleinen Gedankenspiel aufgefordert: 'Wie soll Zittau/der LK GR 2038 aussehen? Welche Ideen haben Sie für die Stadt? Wem nützt diese Idee?'. Dabei haben die drei nicht nur mit Zittauern gesprochen, sondern auch mit Besuchern aus der Umgebung und vielen Urlaubern. "Die Rückmeldungen waren vielfältig und reichten von sehr inspirierenden Gesprächen mit zahlreichen Ideen bis hin zu sehr kritischen Haltungen." berichtet die Projektmanagerin. 

"Wir haben z.B. die älteren Menschen, die zu uns kamen, direkt gefragt: was muss die Region bieten, damit ihre Kinder zurückkommen?" Den Jüngeren stellten sie die Frage, was sie sich für ihre Zukunft wünschen würden, und auch, was hier passieren müsse, damit sie nicht abwandern. "Dass der Landkreis Görlitz wunderschön ist, die Heimat geliebt wird und viele hier gerne leben und bleiben wollen, kam klar heraus." berichten die drei. Auch, wenn es einige kritische Stimmen zu Zukunftsideen für die Region gab, war der Tenor doch überwiegend positiv: dass unser Projekt-Team ab August ein Büro in Zittau mit eigenen Bürgerberatungsstunden zur Strukturentwicklung und zur Fördermittelvergabe für kommunale und geschäftliche Unternehmungen eröffnet, hat viele Passanten überrascht und gefreut. 

Die Kritiker, die sich zumeist auf den schwierigen und schmerzhaften Wandlungsprozess der 1990-er Jahre bezogen, wurden ebenso zum weiteren Dialog aufgefordert. "Über die Resonanz freuen wir uns immer noch" erklärt Nino, der von Natur aus immer offen auf andere Menschen zugeht und auch eine intensive Diskussion nicht scheut. "Schließlich kann man nur so voneinander lernen - auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit." Denn vor allem wurde das Wort "Strukturwandel" stark diskutiert. Bei den Menschen, die damals vom "Wandel", der plötzlich über Ostdeutschland zog und viele Arbeitsplätze kostete, betroffen waren, ist es immer noch ein Wort mit starkem negativem Beigeschmack. 

Der jetzt anlaufende Prozess unterscheidet sich aber deutlich von dem damaligen: zum einen stehen für die vom Ausstieg aus der Kohle betroffenen Regionen, in unserem Fall: den gesamten Landkreis Görlitz, viele Millionen Euro zur Verfügung. Nicht nur, um den Abbau der Arbeitsplätze sozialverträglich zu gestalten, sondern auch, um den Landkreis in einer sich immer schneller wandelnden Welt so aufzustellen, dass wir nicht nur unsere schöne Natur weiter erhalten und gestalten, sondern vor allem auch wirtschaftlich eine relevante Rolle spielen können. Und das geht im rasanten Internetzeitalter nun einmal nur, wenn man aktiv entwickelt. Dafür haben wir zum Glück einige Jahre Zeit. Zunächst sind daher erstmal alle möglichen Ideen gefragt!

Wir wollen alle Einwohner des Landkreises Görlitz aufrufen, sich aktiv an der Zukunftsgestaltung zu beteiligen, und mit-zu entwickeln anstatt nur den Strudel eines unvermittelten Wandels über sich ergehen zu lassen. "Eine einmalige Chance, die Dinge selber in die Hand zu nehmen" sagen Laura, Clara und Nino - und freuen sich umso mehr, ab August regelmäßig mit weiteren Interessierten ins Gespräch zu kommen und im neuen Zittauer Büro, wenn die Ideen denn konkret werden, bei der Förderantragstellung zu beraten. Auch in Bad Muskau werden unsere Projektmanager Uwe Garack und Saskia Brosius den gleichen Service - generelle Beratung zu Projektideen und Aufzeigen und Prüfen von Fördermöglichkeiten - leisten. Los geht’s nach den Sommerferien - wir halten Euch auf dem Laufenden!

Wer jetzt schon Kontakt zu unserem Kommunal- oder Innovationsteam aufnehmen will, klickt und schreibt hier: 

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Wir freuen uns über jede Zuschrift!

Viele Grüße

Eure

Jasna

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