Blogbeitrag Landrat Lange

Immer um den 1. August herum befällt mich in Bezug auf meine Arbeit eine leichte Melancholie. Da hat der Kreis Geburtstag, der NOL wurde 9 (von 1994 bis 2008) und der jetzige feierte seinen 13. In diesem Jahr kam aber ein besonderes Jubiläum dazu. Eher still, etwas vergessen und ich weiß, dem "Jubilar" wird ein "... ach, Freymann" entfleuchen, wenn er das liest. Trotzdem und gerade deswegen - mit großer Bewunderung, viel Dankbarkeit und etwas Demut schreibe ich diesen kleinen Blogbeitrag (als Zwischenfazit).

Um wen es geht? Bernd Lange hatte am 1.8. sein 20-jähriges Dienstjubiläum als Landrat. Als er nach 11 Jahren Bürgermeister von Rothenburg/O.L. diesen Job im damaligen NOL (Niederschlesischen Oberlausitzkreis) am 1.8.2001 überraschend übernahm, wurde er nicht nur mein "großer Chef", sondern auch ein besonderer Wegbegleiter in meinem Arbeitsleben und auch ein klein wenig darüber hinaus. Pragmatisch, authentisch, bodenständig, mit viel Sachverstand und großem Weitblick hat er nicht nur den NOL 7 Jahre lang geführt, er hat auch dem Landkreis Görlitz seinen Stempel aufgedrückt. Für mich persönlich war er nicht nur Chef, sondern auch Ratgeber und Lenker in so vielen Dingen. Der Kreis, seine Entwicklung und ich selbst würden ohne ihn nicht dort stehen, wo wir heute sind. Er gab und gibt einem die Freiheit zum Handeln und immer die notwendige Rückendeckung dafür.

Als Landrat hat man eine ganze Menge um die Ohren. Und noch mehr Verantwortung und Sachverhalte für die man den Kopf hinhält. Da ist die Verwaltung als ein echt komplexes Gebilde, die Verantwortung für fast 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die so unzählig viele, oft komplex-komplizierte Dienstleistungen für unsere Menschen hier erbringen. Da ist das Ringen um die besten fachlichen Lösungen in den vielen Rechtsgebieten, die wir als Landkreis auszugestalten haben. Da ist die politische Bühne, die es im Kreis, im Land, aber auch im Bund und in der EU zu bespielen gilt. Und, ganz aktuell, da sind auch die vielen Krisen, von Vogelgrippe, ASP, Hochwasser, Sturm bis jetzt Corona, die man meistern muss

Ich traue mir viel zu, aber Landrat wäre echt nicht mein Job. Zumal das Persönliche über so viele Jahre so weit nach hinten gerückt ist, rücken musste. Trotzdem blieb und bleibt ihm immer noch Zeit für die Familie (von der er zurecht mit großem Stolz erzählt), für Schafe, Backofen...und auch für das Reisen in so ferne Länder (und seine lebhaften Berichte darüber). So ist er Mensch geblieben und wird es auch bleiben.

In 20 Jahren erlebt man gemeinsam so viele Dinge, dass man Bände damit füllen könnte. Von dem gemeinsamen Schlachten, den kurzen und langen Dienstreisen, den so vielen Zusammenkünften und dem Ringen um die besten Lösungen. Besonders aber auch von den vielen kleinen und großen persönlichen Momenten. Schon heute werde ich sein "Na Freymann, alles klar …" vermissen. Denn in einem Jahr ist dann wirklich Schluss mit Landrat. Bis dahin werden wir aber diese Zeit noch gemeinsam gestalten und nutzen.

 

Und - DANKE für diese 20 Jahre, Chef.

 

Holger Freymann

Amtsleiter Kreisentwicklung

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